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Der Traum vieler Pferdebesitzer ist es, ungestört das eigene Pferd inmitten einer Landschaft halten zu können, die sich im Gleichgewicht befindet. Doch für die Natur ist es eng geworden in den Industrienationen, und es wird täglich enger. Wo gestern noch ein unbefestigter Feldweg an Wiesen und Feldern vorbeiführte, schaffen heute die Bagger Platz für Reihenhaussiedlungen. Folgten früher weiche Waldwege den in Jahrhunderten bewährten Triften, so durchzieht jetzt ein Netz asphaltierter oder geschotterter Straßen den Forst, um die schweren Maschinen auf dem kürzesten Weg an Ort und Stelle zu bringen. Während die alljährlichen Überschwemmungen im Frühjahr in den natürlichen Zyklus einer Auenlandschaft gehörte, findet sich unter den eingeengten und befestigten Wasserstraßen kaum mehr eine, deren Ufer nicht ein Kraftwerk ziert. Auch die kleinbäuerlichen Betriebe mussten weichen. Sie sind in den harten Zeiten europäischer Einigkeit einfach nicht mehr rentabel genug.
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Das ist der Preis, den wir für unseren Wohlstand und unsere gestiegenen Lebensansprüche bezahlen. Für den Pferdebesitzer, der sich zum Kauf oder zur Pacht einer Weide entschlossen hat, stellt sich die Frage nach der Rentabilität nicht, Er wird in aller Regel nicht durch wirtschaftliche Sachzwänge bestimmt. Der Wert seiner Wiese wird nicht darin bemessen, wie viel und wie oft er pro Jahr ernten kann. Der Grund, weshalb er eine Weide erwirbt, war einzig und allein der Wunsch, den Pferden eine artgerechtere Haltung zu gönnen sowie eine gesunde Grundlage für ihre Ernährung zu schaffen, damit diese sich zu robusten, leistungsbereiten und angenehmen Reitpartnern entwickeln. Somit gehören gerade die Pferdebesitzer in die kleine Gruppe der wenigen, die willens und fähig sind, das ihnen anvertraute Stückchen Natur „nur“ zu nutzen, statt es auszunutzen. Sie sind sich durchaus darüber im Klaren, da? Sie mit dem Kauf oder der Pacht einer Wiese nicht einfach nur ein bisschen Grünland erworben haben, das sie nach Belieben schröpfen, sonder dass sie unser Landschaftsbild mitprägen können. Sie bereiten nicht nur ihren Mitmenschen Freude, die beim Sonntagnachmittagsspaziergang den Anblick friedlich grasender Pferde oder munter herumtollender Fohlen genießen, sondern sie sind bereit, Natur in ihrer ganzen Schönheit und Vielfalt zu erhalten. Freizeitpferdehalter sind deshalb aktive Naturschützer: Sie pflanzen Hecken und hochstämmige Obstbäume, sie räumen der Schleiereule und den Fledermäusen ein Plätzchen im Giebel der Scheune ein und sie verzichten vor allen Dingen bewusst auf den Präventiveinsatz von Herbiziden und Insektiziden.
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Pferde besitzen heißt auch, mit der Natur verantwortlich umzugehen.
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Extensiv genutzte Wiesen und Pferdeweiden stellen für viele Tier und Pflanzen ein Rückzugsgebiet dar, in das sie sich vor der zunehmenden Zersiedlung der Landschaft, der Kommerzialisierung der Landwirtschaft und der Zerstörung von Lebensräumen durch die moderne Technik noch flüchten können. Gerade die Reiter, die nicht beriet sind, sich in staubige Reithallen verbannen zu lassen, kennen und schätzen den Wert der Natur: Sie sehen in ihrer Umgebung weder den Ort land- oder forstwirtschaftlicher Produktion noch ein überdimensioniertes Wildgehege. Sie suchen Ruhe und Erholung in einer abwechslungreichen, naturbelassenen Landschaft und das gemeinsam mit einem Tier, das seit Menschengedenken ein Teil dieser Landschaft war – dem Pferd.
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